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Warum ist Ergonomie in der Küche wichtig?

Design, Asthetik und technische Ausstattung stehen meist ganz vorne, wenn es darum geht eine Küche zu gestalten. Dabei sollte aber die Ergonomie in der Küche nicht zu kurz kommen. Bequem sicheres und gesundes Arbeiten in der Küche sind mindestens so wichtig. Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass eine Küche eine relativ lange Lebensdauer hat, während welcher man sich als Mensch körperlich verändert. Nicht vergessen darf man auch, dass Küchen bequem und effizient geputzt werden können müssen. Anthropometrische Informationen müssen darum unbedingt berücksichtigt werden.

Arbeitshöhe in der Küche

Anordnung, Höhe und Abstände

Die Höhe der Arbeitsbereiche , die Abstände zwischen den verschiedenen Arbeitsstationen und die Anordnung der Küchengeräte sind entscheidend. Abstände, Lage und Wege zwischen Herd, Spüle, Kühlschrank, Backofen im Zusammenhang mit den Arbeitsprozessen während dem Kochen müssen wohlüberlegt sein. Wenn beispielsweise die Spüle mit Auszugsbrause in der Nähe des Herdes ist, kann sehr einfach Wasser in den Spaghetti-Topf nachfüllen, ohne den Topf mit kochend heissem Wasser verschieben zu müssen. Ähnlich gestaltet es sich mit dem Backofen, wo nicht nur die Distanz zur nächsten Ablagefläche bedeutend ist, sondern auch die Höhe des Ofens, um schwere Backwaren sicher in und aus dem Ofen zu bewegen.

Anforderungen sammeln und ergonomisch planen

Beobachtet man sich selbst kritisch beim Kochen und Putzen, kann man seine eigene Arbeitsweise in der Küche ermitteln. Legt man diese Erfahrung mit den Beobachtungen anderer Haushaltsbewohnern zusammen, kann man einen nützlichen Anforderungskatalog für die Küchenplanung aufbauen. Die Anforderungen werden dann soweit es möglich genutzt, um die Küche ergonomisch zu planen.

Hier ein paar wichtige Fragen, welche for der Planung gestellt werden sollten:

  • Wer ist der Hauptnutzer? Wer kocht am häufigsten?
  • Welche Körpergrössen haben die Haushaltsbewohner?
  • Wohnen Kinder im Haushalt?
  • Wohnen Senioren im Haushalt (Barrierefreiheit, Hindernisfreiheit)?
  • Gibte es körperliche Einschränkungen bei den Bewohnern, welche zu berücksichtigen sind (auch schon Lumbal-Rückenbeschwerden beim Stehen sind relevant)?
  • Was und wie viel soll in der Küche gelagert werden (Esswaren, Geschirr, Geräte, etc.)?
  • Wie kocht man? Bereitet man das meiste frisch zu (Gemüse rüsten, etc.)? Kocht man oft mit Convenience-Food?
  • Gibt es Anforderungen, welche ein Linkhänder benötigt (Positionierung der Griffe, Scharniere, Spüle, Herd, etc.)?
  • Ist Sichtkontakt mit anderne Räumen ausserhalb der Küche notwendig (offene oder geschlossene Küche)?

Mietwohnungen, Wohnungen mit wechselnden Bewohnern

Die Erfüllung der ergonomischen Anforderungen in Mietwohnungen, Alterswohnungen u.a. gestaltet sich etwas komplexer als in Privathaushalten. Es müssen eine grössere Bandbreite von Bedürfnissen erfüllt werden und gleichzeitig ist meistens das Budget eingeschränkter, als in Privathaushalten. Hier lohnt es sich, einen Planer zu wählen, der über das notwendige Knowhow verfügt. Normen und Empfehlungen wie die DIN 18040 oder die Schweizer SIA 500 können helfen, gewisse ergonomische Fragen zu klären. Es ist jedoch am Planer oder Architekten sich eingehend mit den Anforderungen und Möglichkeiten auseinander zu setzen, um ein ansprechendes Küchendesign zu erschaffen.

Die Höhe der Arbeitsbereiche resp. Arbeitsplatte

Langes stehen oder stehendes Arbeiten führt bei vielen Küchennutzern zu Rückenbeschwerden. Die Arbeitshöhe muss daher unbedingt in die Küchenplanung einfliessen. Die Arbeitshöhe ist nicht nur durch die Körpergrösse definiert, sondern auch durch den Arbeitsbereich. So ist die bequemere Arbeitshöhe am Herd rund 10-20cm tiefer als die Arbeitshöhe für bequemes Gemüserüsten.

Faustregel für die richtige Arbeitshöhe
Man stellt sich bequem stehend vor eine fiktive Arbeitsplatte und hält die Hände so, als würde man sie auf die Arbeitsplatte stellen. Die Höhe zwischen Ellbogen und Arbeitsplatte sollte ca. 20cm sein.

Sitzend kochen

Sitzend kochen und arbeiten war vor 100 Jahren normal. Durch die industralisierte Küchenherstellung (Einbauküchen, Möbelfabrikation, etc.) verschwand der sitzende Arbeitsplatz in der Küche langsam. Wir vermuten, dass neben dem Einzug der industriellen Möbelmassenfabriktion auch die Nahrungsmittelindustrie (u.a. convenience food, halbfertiges und fertiges Essen) die Art und Weise wie wir Kochen beeinflusst hat.
Vor allem Gemüse frisch zubereiten benötigt Zeit und ist in vielen Fällen sitzend bequemer vorzubereiten (Bohnen rüsten, Spargeln schälen, Pilze säubern, Kartoffeln schälen, etc.).

Optimale Arbeitshöhe

Im folgenden eine Checkliste mit Höhentabelle:

  • Alle Küchennutzer berücksichtigen
  • Körperliche Veränderungen im Alter berücksichtigen (Lebensdauer Küche)
  • Arbeitsplatte: Ellbogenhöhe minus 10-20cm (siehe Faustregel)
  • Kochstelle/Herdhöhe: Höhe Arbeitsplatte minus 10-20cm
  • Spüle Höhe: Arbeitsplatte plus 10-20cm (abhängig von der Tiefe des Spülbeckens)
  • Bereich für sitzendes Arbeiten einplanen (bequeme Bein- und Fussstellung beachten)
  • Höhenverstellbare Arbeitsbreiche einplanen
KörpergrpsseArbeitsplatteHerdSpüle
160857995
1659085100
1709287102
1759590105
18010092110
18510595115
19010797117
195110105120

Oberbauschränke – hängende Küchenschränke

Klassische Küchenzeilen verfügen oberhalb der Arbeitsplatte über hängende Küchenschränke. Bei sehr knappen Platzverhältnissen ist man u.U. gezwungen, Oberbauschränke zu verbauen, um genügend Stauraum schaffen zu können.
Bei der Planung von Oberbauten ist darauf zu achten, dass diese gut erreichbar sind, im Kopfbereich nicht stören und die Lichtverhältnisse auf der Arbeitsfläche nicht einschränken, um eine gute Ergonomie in der Küche zu erreichen.

Steighilfe

Es ist jedoch zu beachten, dass die vollständige Erreichbarkeit aller Waren in den Oberschränken in den meisten Fällen nur mit einer Steighilfe möglich ist. Eine passende und sichere Steighilfe sollte darum unbedingt auch schon in der Planung angedacht werden.

Arbeitsbereiche in der Küche anordnen

Restaurantküchen machens vor. In Küchen gibt es fünf Arbeitsbereiche:

  • Vorbereiten (mis-en-place, rüsten, etc.)
  • Kochen
  • Spülen
  • Vorratshaltung
  • Aufbewahrung

Operative Arbeitsbereiche

Die drei operativen Arbeitsbereiche des Vorbereiten, Kochen und Spülen sollten jedoch geschickt zueinander angeordnet werden. Wege wie vom Kühlschrank zur Arbeitsfläche, rüsten zur Spüle und in den Kochtopf, vom Herd zur Arbeitsplatte und die Anrichte sind so anzuordnen, dass die Arbeitswege und -bewegungen effizient und sicher sind. Dabei bewegt man sich zwischen den drei Arbeitsbereichen in einem Dreieck (Rechtshänder nach rechts und Linkshänder links herum).

Hier ein paar Tipps zu den Arbeitsbereichen:

  • In der Kürze liegt die Würze – kurze Wege
  • Aubewahrung da wo sie gebraucht wird
  • Küchengeräte da wo sie gebraucht werden
  • Zwischen schnellen und langsamen Vorräten untescheiden (Beispiel: Gewürze = schnell, Kühlschrank = mittel, Tiefkühltruhe = langsam)

Nicht operative Arbeitsbereiche

Die Vorratshaltung und Aufbewahrung muss nur zu einem kleinen Teil innerhalb der Küche sein und den täglichen Bedarf an Vorrat abdecken. Falls möglich, können die Langzeitvorräte im Keller oder in einem Reduit/Nebenraum aufbewahrt werden.

Schränke – Schubladen und Türen

Generell sollten unten Schränke mit Schubladen und oben mit Türen verbaut werden. Stehend sind Schubladen in Unterbauten sehr viel einfacher erreichbar. Oberbauten können entweder mit Türen oder Klappen ausgestattet werden. Klappen haben wiederum den Vorteil, dass diese nicht im Weg sind. Ausziehbare Hochschränke sollten je nach Platzverhältnisse ebenfalls in Betracht gezogen werden. Ansonsten schwer nutzbare Ecksituationen eignen sich Karussellauszüge oder Hublifte.

Bekanntlich steckt der Teufel im Detail: es sollte für eine gute Ergonomie auch die Ausstattung der Küchenschränke beachtet werden. Viele Planungsdetails wie Hängeschränke mit Klappen oder Unterschränke mit Vollauszügen sind aus ergonomischer und praktischer Sicht sehr zu empfehlen. Eine hochwertige Innenausstattung, intelligente Beschläge und Zubehör erhöhen den Bedienkomfort deutlich. Auch die optimale Nutzung des vorhandenen Stauraums trägt zur Vereinfachung der Arbeitsabläufe bei.

Spüle und Mischer

Spüle

Bei der Auswahl der Spüle sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  • Länge und Breite – Gross genug um ein Backblech zu reinigen
  • Tiefe 10-15cm wählen, falls man das Becken nicht flutet (z.B. zum Salat waschen), 15-22cm falls ein gefülltes Wasserbecken notwendig ist.
  • Bündiger Einbau. Schlitze, überstehende Kanten bei Materialübergängen vermeiden, um eine gute Reinigung zu ermöglichen.

Für eine gute Ergonomie in der Küche ist eine geringe Tiefe der Spüle besser, da man sich einerseits nicht zu tief bücken muss und andererseits auch sitzend das ganze Becken im Blick hat. Statt ein tiefes Becken sollte man besser ein überbreites Spülbecken einplanen.

Rüstkörbe und andere Einlagen für Spülen

Bei breiten Spülen lassen sich Rüstkörbe, Abtropfbecken, Schneidbretter und andere Einlagen einsetzen. Diese machen das Vorbereiten von Gemüse und anderen Nahrungsmittel sehr bequem. Man kann so direkt in die Spüle schälen und die Rüstabfälle in einem eigelegten Korb sammeln. Geschälte Kartoffeln lassen sich zum abspülen in einen Rüstkorb legen, den man mit der Brause direkt abspritzen kann.

Wassermischer

Es ist darauf zu achten, dass der Mischer eine ausziehbare Brause hat. Einerseits lässt sich damit einfach das Spülbecken bei der Reinigung ausspülen, andererseits können Töpfe oder Karaffen einfach mit Wasser gefüllt werden, ohne sie ins Spülbecken heben zu müssen.

Ein langer Mischhebel ist nützlich, wenn man z.B. schmutzige Hände hat und den Mischer bedienen will. An Stelle die Hände zu verwenden, kann man mit dem Unterarm den Mischer auf und zu drehen.

Küchengeräte

Platzieren Sie die Küchengeräte da, wo sie gebraucht werden, um eine gute Ergonomie in der Küche zu erreichen.

Backofen

Je nach Möglichkeit sollte der Backofen so platziert werden, dass dessen Unterkante etwa auf Hüfthöhe des Nutzers zu stehen kommt. Falls der Backofen unten, z.B. unterhalb des Herdes stehen muss, ist sicherlich ein Ofen mit Schublade in Betracht zu ziehen. So kann man die Backware gut hinein und hinausheben und die Backware je nach Rezept auch gut bedienen.

Klappe oder Türe

Traditionell haben Backofen eine Klappe. Früher waren die Klappenscharniere so robust, dass die Klappe in geöffnetem Zustand als Ablagefläche genutzt werden konnte (z.B. um den schweren Römertopf abzustellen). Die heutigen Scharniere der Backofenklappen sind jedoch nicht dafür gemacht und können leicht überbelastet werden.
Ofen mit Klappe sind u.a. darum stark verbreitet, weil es für den Hersteller einfacher als Türen herzustellen, da Ofen mit Türen links oder rechts bandig angeboten werden müssen.
Ein grosser Nachteil der Backofenklappe ist, dass die Erreichbarkeit der Backware durch die heisse Klappe eingeschränkt ist.

Backofen mit einer seitlich öffnenden Türe haben den grossen Vorteil, dass die Backware ohne ein Hindernis gut erreichbar ist. Auch eignet sich eine ausziebare Ablagefläche unterhalb des Backofens, um Ware abzustellen.

Eine Klappe zum Verschwinden

Unserer Meinung bietet die Marke NEFF mit ihren Slide and Hide Backofenklappen eine gute Lösung zum oben beschriebenen Klappendilemma. Die Klappe schieb sich beim öffnen unter den Backofen. Der Gefahrenbereich einer heissen Klappe ist damit ausgeschlossen. Auch lässt sich wie bei der seitlich öffenbaren Türe eine ausziehbare Ablageschublade platzieren.

Herd

Hier beschränken wir uns auf die Bedienung des Herdes. Erörterungen ob Induktion, Gas oder konventioneller Herd eingesetzt werden sollte, ist mehr eine Sache der Vorliebe. Grundsätzlich sollte beim Herd darauf geachtet werden, dass man Pfannen einfach vom Herd ziehen kann. Dies kann bei einem Gasherd u.U. zu einem Thema werden.

Bedienung

Ein Herd sollte einfach und sicher bedient werden können. Wir favorisieren Drehknöpfe, da diese einfach verständlich sind und unter allen Bedingungen funktionieren. Drehknöpfe zeigen immer klar an, in welcher Stellung sie sind – auch wenn man z.B. beim Verlassen der Wohnung mit einem kurzen Blick in die Küche prüfen will, ob der Herd ausgeschaltet ist.
Touch-Bedienungen im Küchenbereich erachten wir als problematisch, da diese Bedienungen mit feuchten oder schmutzigen Fingern nicht immer auf Anhieb funktionieren. Je nach Haltung der Hand und der Finger kann es ebenfalls zu Bedienungsproblemen führen.

Eine umständliche Lösung sind die Touch-mit-Drehknopf Lösungen. Hier schaltet man den Herd per Touch ein, wählt die gewünschte Platte und stellt am Drehknopf die gewünschte Hitze ein.

Dunstabzug

Dunstabzüge lassen sich nach ihrer Einbauart unterscheiden:

  • Wandhauben (an der Wand hängend)
  • Inselhauben (an der Decke hängend)
  • Deckenabzüge, Hutten (in der Decke verbaut)
  • Muldenlüfter (im Herd verbaut)
  • Tischlüfter (in der Arbeitsplatte verbaut)
  • Einbauhauben (im Oberbauschrank verbaut)

Alle oben genannten Dunstabzüge lassen sich entweder als Frischluft oder Umluftanlage verbauen. Bei einem Frischluftdunzabzug wird die Abluft nach Aussen geblassen. Bei einem Umluftdunstabzug wird die Abluft mit hilfe eines Aktivkohlefilters gereinigt und wieder in den Innenraum geblasen. Beides sind taugliche Lösungen.

Höhenverstellbare Arbeitsbereiche mit Herd

Die Arbeitshöhe ist das A und O für eine gute Ergonomie in der Küche. Höhenverstellbare Arbeitsbereiche mit Herd können mit ein paar Ausnahmen mit allen oben genannten Dunstabzügen verwendet werden.

  • Inselhauben – müssen hoch genug montiert werden oder höhenverstellbar sein, damit der Abstand zwischen Haube und Herd die Arbeit nicht stört. Frisch- oder Umluft möglich.
  • Muldenlüfter – eigenen sich besonders jene, wo Herd und Umluftfilterung in einer kompakten Bauform sind. So kann vermieden werden, dass ein flexibles Abluftrohr zur am Boden stehenden Abzugsmotoreinheit geführt werden muss.
  • Tischlüfter – siehe Muldenlüfter
  • Einbauhauben – siehe Inselhauben

Bedienung

Die Bedienung des Dunstabzugs sollte so sein, dass man sie gut erreichen kann. Die meisten Geräte verfügen eine Bedienung, welche am Gerät selbst angebracht ist. Bei hochliegenden Hauben kann es dazu führen, dass man den Dunstabzug nur mit Mühe ein oder ausschalten kann. Besonders aus sitzender Position oder bei älteren Menschen ist ein Hochgreifen mühsam.

Geschirrspüler

Die Auswahl der Geschirrspüler in Europa ist sehr gross. Leider beschränkt sich die Auswahl fast nur auf Geschirrspüler mit Klappe. Wie oben erwähnt, sollten aus Sicht der Bequemlichkeit im unteren Bereich der Küche wenn möglich Schubladen verwendet werden.
Die Schubladen eines Geschirrspülers erreicht man jedoch, wenn man die Klappe geöffnet hat. Vereinzelt sind in Europa Geschirrspüler mit ein oder zwei Schubladen für den Haushalt verfügbar. Im asiatischen Raum, insbesondere in Japan sind ausziehbare Geschirrspüler u.a. von der Marke Panasonic verfügbar.
Platzieren Sie den Geschirrspüler in der Nähe des Spülbeckens. So kann vorgespültes Geschirr ohne langen Weg in den Geschirrspüler eingeräumt werden und die Ergonomie in der Küche deutlich erhöht werden.

Historisches

1886 wurde der erste mit Wasserdruck betriebene Geschirrspüler von Josephine Cochrane zum Patent angemeldet. Die Firma von Frau Cochrane brachte ihre Produkte unter Linie KitchenAid auf den Markt. Bis in die 1960er Jahre fand man Geschirrspüler vornehmlich in Restaurants oder Luxushaushalten.

Erster elektrischer Geschirrsprüler - Höhe und Ergonomie

Licht

Eine ausreichende bis sehr gute Ausleuchtung ist in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen für die Ergonomie in der Küche sehr wichtig.

Das Wichtigste auf eine Blick:

  • Arbeitsplatzbeleuchtung und Ambientebeleuchtung kombinieren
  • Deckenbeleuchtung mit warmweissem Licht
  • Arbeitsbeleuchtung mit kaltweissem Licht
  • Ambientebeleuchtung für Stimmung mit dimmbaren LED und LED-Streifen

Farbwiedergabe

Achten Sie auf eine möglichst hohe Farbwiedergabe mit einem CRI Wert von mindestens 90 RA.

Abfall, Kompost, Recycling

Die Wahl des Abfall- und Kompostsystems hängt von den Kochgewohnheiten ab. Beispiel: Eine vierköpfige Familie welche hauptsächlich frisch zubereitend kocht, produziert pro Woche ca. 15-20 Liter Abfall (exkl. Recycling (Glas, Karton, PET, Metalle) und Kompost). Entsprechend kann die Abfall- und Komposteimergrösse dimensioniert werden.

Reinigung

Für eine gute Ergonomie in der Küche muss sie sich gut reinigen und putzen lassen. Dazu folgende Tipps:

  • Ecken, welche rasch schmutzig werden, sollten ohne Silikonfugen auskommen (z.B. Ecke Arbeitsfläche und Rückwand).
  • Kanten und Übergänge sollten bündig ausgestaltet werden (z.B. Übergang zwischen Spülbecken und Arbeitsfläche), damit sich kein Dreck unter dem aufliegenden Element sammelt).
  • Leicht verkratzbare Materialien aus dem Mineralwerkstoff Acrylstein sehen zwar sehr schön aus, müssen jedoch sehr sorgfälgit gereinigt werden.
  • Hochglanzoberflächen machen Schmutz und Fingerabdrücke rasch sichtbar.
  • Es ist darauf zu achten, dass man von Zeit zu Zeit einen Kontrollblick hinter die Küchenmöbel machen sollte. Feuchtigkeit, welche sich hinter den Möbel sammelt, kann über Monate und Jahre unbemerkt bleiben. Neben Schimmelbildung zerstört die Feuchtigkeit die Küchenmöbel. Solche Kontrollen hinter den Möbel können vom Küchennutzer selber gemacht werden und sollten mindestens da erfolgen, wo Wasseranschlüsse sind.

Barrierefreie und hindernisfreie Küchen oder Design für Alle

Grunsätzlich unterscheidet sich eine barrierefreie (in der Schweiz nennt man es hindernisfreie) Küchen nicht von konventionellen Küchen für Menschen ohne körperliche Einschränkungen. Auch hinsichtlich der Innenarchitektur und muss eine barrierefreie Küche nicht hässlich aussehen. Folgende planerische und bauliche Massnahmen sind für hindernisfreie Küchen empfehlenswert:

  • Unterfahrbare Arbeitsbereiche
  • Rollkorpusse
  • Gute Ausleuchtung
  • Erreichbare Stauräume
  • Höhenverstellbare Arbeitsflächen
  • Geräte auf bequemer und sicherer Höhe
  • u.a.

Bisher verfügbare Beschläge und Hublifte von Firmen wie Linak, Grandberg, Ropox bieten zwar eine ausreichende Funktionalität aber leider für den Küchenbau nicht die Möglichkeiten, schöne Architektur mit ansprechendem Design in einer Küche zu schaffen. Unserer Meinung nach darf nicht ein Eindruck von Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus entstehen, wenn man eine Küche betritt. Eigo Produkte ermöglichen es einfach, schöne Küchen zu planen und zu bauen, welche allen Ansprüchen und Anforderungen Ihrer Nutzer gerecht werden. Ausschlaggebend sind dabei die Hubkraft und die Einfachheit, wie Schreiner und Küchenbauer Eigo Produkte einsetzen können.

Das Interessante von schön gestalteten, barrierefreien Küchen ist, dass sie ein Design für alle haben. Warum soll eine sich den Nutzern anpassende, transformierende Küche nicht auch ein Statussymbol sein? Ein weiterer Vorteil ist, dass Küchen im Design für Alle allen Menschen passen, unabhängig ob Sie gross, klein, jung oder alt, oder körperliche Einschränkungen haben. Ergonomie in der Küche soll auch schön respektive ergonomisch fürs Auge sein.

Was ist Ergonomie?

Die Ergonomie oder Ergonomik ist die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschlicher bzw. automatisierter Arbeit. Zuerst verwendet und definiert wurde der Begriff 1857 von Wojciech Jastrzębowski. Ziel der Ergonomie ist es, die Arbeitsbedingungen, den Arbeitsablauf, die Anordnung der zu greifenden Gegenstände (Werkstück, Werkzeug, Halbzeug) räumlich und zeitlich optimiert anzuordnen sowie die Arbeitsgeräte für eine Aufgabe so zu optimieren, dass das Arbeitsergebnis (qualitativ und wirtschaftlich) optimal wird und die arbeitenden Menschen möglichst wenig ermüden oder gar geschädigt werden, auch wenn sie die Arbeit über Jahre hinweg ausüben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Benutzerfreundlichkeit, also der Verbesserung des Arbeitsplatzes, der Arbeitsorganisation und heute meist der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Zwar fällt die physiologische Anpassung von Griffen, Stühlen etc. auch darunter, wird in der Werbung aber meist mit Ergonomie bezeichnet. Ein mit der Ergonomik beruflich Beschäftiger wird als Ergonom bezeichnet.

Was ist Anthropometrie?

Anthropometrie ist die Lehre der Ermittlung und Anwendung der Maße des menschlichen Körpers. Anthropometrie wird vor allem in der Ergonomie zur Gestaltung von Arbeitsplätzen, Fahrzeugen, Werkzeugen und Möbeln gebraucht, sowie im Arbeitsschutz zur Festlegung von Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Bemessungen von Schutzabdeckungen) oder Abständen zu gefahrenträchtigen Teilen verwendet. Außerdem dient sie als Ausgangslage für die Erstellung von Standards zur Berechnung von Konfektionsgrößen in der Bekleidungsindustrie. Wirtschaftsgeschichtler nutzen die Körpergrößen-Angaben als hypothetischen Indikator für den Lebensstandard. In früherer Zeit versuchte die Anthropometrie angeblich vorhandene Zusammenhänge zwischen Körpermerkmalen und Charaktermerkmalen zu belegen.

Was ist ein Kochfeldabzug oder eine Muldenlüftung?

Kurz: ein Dunstabzug nach unten. Synonyme sind Begriffe Muldenlüftung, Downdraft, Tischlüftung oder Kochfeldabzug verwendet. Mehr dazu weiter unten.
Ein Kochfeldabzug in der Kochstelle ist mit einem Saugmotor ausgestattet. Der Wasserdampf und die Gerüche werden so in die Mulde mit dazwischenliegenden Filtern gesaugt. Die Abluft wird entweder nach Draussen oder durch einen Aktivkohlefilter wieder in den Innenraum geblasen.
Nun ist aber zwischen den oben erwähnten Synonymen zu unterscheiden:

Muldenlüftung: wie beschrieben bezeichnet die Dunstabzugsbauweise, welche sich im Kochfeld befindet. Der Begriff ist jedoch veraltet. Der aktuell gültige Begriff für einen sochen Dunstabzug lautet Kochfeldabzug.
Downdraft: bezeichnet das Prinzip des hinuntersaugens und nicht die spezifische Art oder Bauweise des Dunstabzugs.
Tischlüftung: bezeichnet sich die Bauweise eines Dunstabzug die sich hinter dem Herd befindet und hochfahren lässt (Beispiel: Gaggenau).
Kochfeldabzug: ist wie zu anfang beschrieben ein Dunstabzug der im Kochfeld eingelassen ist (Beispiel: Bora).