Universal Design

eames regal

Eames storage unit

Ein Begriff, der im Englisch sprachigen Raum verwendet wird. Er beschreibt ein Designkonzept, das gebaute Umwelt, Produkte, IT-Systeme und Applikationen derart gestaltet, dass sie für so viele Menschen wie nur möglich ohne Anpassung genutzt werden können.

Das Design der Sache (Produkt, Gebäude, Wohnung, etc.) ist so flexibel gestaltet, dass ohne Anpassungen oder Zusatzkomponenten von Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten in unterschiedlichen Situationen verwendet werden kann.

Universal Design gefällt nicht nur den Nutzern, Kunden und Käufern, sondern auch den Verkäufern, Produzenten oder Designern. Denn was mehr Leuten gefällt, nützlich ist und bequem ist, desto mehr wird davon verkauft.

 

Universal Design ≠ Barrierefrei

Barrierefrei beschränkt sich darauf, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Behinderungen die Sache nutzen können. Barrierefreies Design sieht in den meisten Fällen auch leider so aus. Das spezielle Aussehen von barrierefreiem Design lässt sich schwer verkaufen. Der Zweck von barrierefreien Produkten führt auch dazu, dass deren Preise künstlich hoch gehalten werden. Teilweise lässt sich sicher ein etwas höherer Preis durch die geringer produzierte Stückzahl erklären. Aber wenn ein spezielles Kissen für Rollstuhlfahrer in den USA für USD 300 und in der Schweiz für CHF 1000 verkauft wird, hat das wenig mit „Produktionskosten“ zu tun.

Universal Design oder zu Deutsch universelles Design schränkt sich nicht durch das fast schon stigmatisierende Design von vielen Barrierefreien Produkten ein. Es zielt darauf, allen zu gefallen und gleichzeitig allen zu nutzen.

Für alle nützlich – an alle verkäuflich

Der wohl grösste Vorteil von Universal Design ist, dass der Markt für ein spezifisches, universell gestaltetes Produkt grösser ist, als für ein – sagen wir mal – herkömmliches Produkt. Selbstverständlich passt diese Aussage nicht für alle Produkte und dabei beziehen wir mobile Produkte und gebaute Umwelt zusammen. Aber gerade bei Immobilien kommt der Marktgedanke sehr stark zu tragen. Stellen Sie sich vor, Sie vermieten ein Wohnungen ohne jegliches Universal Design und ganz nach dem Baustandard erstellt. Es werden sich darin vor allem die Mieter lange wohl fühlen, welche möglichst nahe dem Standard entsprechen. Alle Menschen, welche nicht dem Standard entsprechen, fügen sich unbewusst dem Standard, auch wenn der Design ihrer Gebauten Umwelt nicht ihren körperlichen und ergonomischen Bedürfnissen voll entspricht.

Menschen jünger als 65 Jahre, aber mit körperlichen Einschränkungen – was in Mitteleuropa etwa 4-5% der Bevölkerung entspricht, haben in der oben erwähnten Liegenschaft schon bewusst spürbar Mühe. Dabei reden wir nicht nur von Rollstuhlfahrern.

Je nach Europäischem Land kommen dann noch zwischen 20-30% Seniorinnen und Senioren hinzu, welche je nach Veranlagung über Zeit progressiv zunehmend mehr oder weniger körperliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.

Wenn Sie nun Ihre Liegenschaft neu bauen könnten, würden Sie dann nicht dafür sorgen, dass die beiden letzten oben genannten Mietergruppen sich besonders wohl in Ihren Wohnungen fühlt?

Design für alle

Unter dem Begriff Design ist hier „Gestaltung“ und „Konzeption“ zu verstehen. Musik zum Beispiel ist in den meisten Fällen universal. Wir haben alle Kompositionen von Beethoven, Mozart gehört. In der heutigen Zeit kennen viele die Musik von Hans Zimmer aus Kinofilmen oder den einen oder anderen Pop-, Rock- oder DJ-Musiker. Alle haben weltweit mit ihrer Musik Einfluss. Ihre Werke und Kompositionen werden unabhängig von geographischen Grenzen, Ethnizität, Alter oder Geschlecht geschätzt. Und genau das ist das Ziel von Musik. Universal zu sein und von jedem genossen werden zu können. Sie mögen in diesem Moment etwas denken wie: „Aber was ist mit den Menschen mit Gehöreinschränkungen?“ oder „Was ist mit unterschiedlichem Musik-Geschmack?“ Ja, klar. Hier gibt es natürlich Einschränkungen, aber wir haben ja Eingangs gesagt „für so viele Menschen wie nur möglich“.

Also zurück: deshalb haben Musiker und Designer, Planer, Architekten, Produktdesigner, etc. das gleiche Ziel.

Beide sind erfolgreich, wenn sie universelles Design produzieren.

So weit bekannt, ist Universal Designer kein gebräuchlicher Begriff. Aber jeder Designer kann gutes universelles Design für seine Kunden schaffen – unabhängig davon ob es ein Auto, Haus oder eine Kaffeetasse ist.

Einfachheit

Einfache Musikstücke können von mehr Menschen verstanden werden und darum einfacher genossen werden. Dem gleichen Prinzip folgen auch erfolgreiche Designer wie Corbusier, Eames, Ferrari, Apple, Google, etc. Einfach verständliches Design zieht besser.

Leicht zu erinnern

Coca Cola welle

Coca Cola

In der Musik nennt man es „Ohrwurm“. Bei Produktdesign könnten dies z.B. einfach verständliche und darum leicht zu erinnernde Bedienelemente sein. So kann die „Lernkurve“ flach gehalten werden. Einfache Montage oder Installation eines Produktes aus einem Möbelhaus wie IKEA, hilft sehr, dass es einfacher verkauft wird. Einfache Produkte wie höhenverstellbare Möbelbeschläge – wo schon die Bezeichnung komplex klingt – sollte darum maximal einfach zu installieren sein. So lassen sich mehr Möbelschreiner dazu motivieren, den speziellen Beschlag einzusetzen. Farbe und Taktilität sind ebenfalls nicht ausser Acht zu lassen.

Erlebnis

Musik hören erzeugt Erlebnisse im Kopf. Musik löst Gefühle wie Frieden, Wut, Ruhe oder Unruhe aus.

Gleichermassen haben Produkt Designer, Architekten usw. eine grosse Verantwortung gegenüber ihren Kunden und Nutzern, Design zu schaffen, das angenehm anzuschauen und zu nutzen ist.

Eingängige Leichtigkeit

Rex Sparschäler - Schweizer Erfindung

Rex Sparschäler – Foto von fabrikat.ch

Vielleicht waren Sie schon an einem Konzert, wo die Akustik oder die Tonmischung schlecht war. Schön war die Musik dann sehr wahrscheinlich nicht zu hören.

Gleiches gilt auch für Design und Architektur. Unnötiges Scrollen in Smartphone App oder Treppen mit unangenehm hohen oder tiefen Stufen sind für den Nutzer spürbar.

Eingängige und leicht zu nutzende Räume und Dinge hingegen, werden gerne genutzt. Gerade bei Smartphones lässt sich dies gut beobachten und messen.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Gebäude und Produkte müssen flexibel und anpassungsfähig sein. Links- und Rechtshänder, grosse und kleine, alte und Junge Menschen, die Liste ist lang. Je inflexibler und  starr ein Design ist, desto weniger Menschen werden es nutzen.

 

Wenn Sie Einfluss darauf haben, wie etwas gestaltet wird, bestehen Sie darauf, dass der universelle Designgedanke einfliesst. Bewusst werden es wenige merken – unbewusst jedoch schöner erleben.

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